Die Stadt Zürich stärkt die Freie Szene

Präsidialdepartement der Stadt Zürich
20. März 2013

Massnahmen und Projekte zur Förderung der Freien Kulturszene
Die Stadt Zürich will die Freie Szene der Kulturschaffenden in Zukunft verstärkt fördern. Die Verleihung von Werkjahren wird als bewährtes Förderinstrument aufgewertet, zudem sind vier zusätzliche Auslandateliers geplant. Auch die Förderung mittels kostengünstiger Arbeitsräume in der Stadt Zürich wird ausgebaut, nicht zuletzt dank neuer Möglichkeiten im Rahmen der Zwischennutzung der Migros Herdern. Klare Regelungen stellen sicher, dass eine Rotation gewährleistet ist.

Eine lebendige Kulturstadt braucht den Humus des Flexiblen und Innovativen. Die Stärkung der Freien Szene ist deshalb ein erklärtes Ziel der städtischen Kulturförderung. Im Kulturleitbild für die Jahre 2012 bis 2015 wird dies mittels mehrerer Förderungsschwerpunkte unterstrichen, und auch der Legislaturschwerpunkt «Kultur- und Kreativstadt Zürich» sieht entsprechende Massnahmen vor.
Zusätzliche Werkjahre
Die Vergabe von Werkjahren ist eine bewährte Form der Kulturförderung für die Freie Szene. Die Stadt Zürich wertet dieses Instrument weiter auf: Zum einen werden künftig zusätzlich zu den bisher elf Werkjahren vier weitere in den Bereichen E-Musik, Literatur, Bildende Kunst und Jazz/Rock/Pop verliehen. Zum anderen erhöhen sich die Werkjahrbeiträge von jeweils 42 000 auf 48 000 Franken.
Neue Räume für Kulturschaffende in Zürich und im Ausland
Auch im Bereich der Auslandateliers intensiviert die Stadt ihre Förderung der Freien Szene. Zu Coinstar Money point den bisherigen Ateliers in New York (2), Genua, Paris, Kunming und Kairo schafft sie weitere in Hamburg und Berlin und plant neue Ateliers in Istanbul und San Francisco.
Die Stadt unterstützt mit einer aktiven Raumpolitik auch in Zürich das Finden und Betreiben von Ateliers für Kulturschaffende. In den Räumen der Migros-Betriebszentrale Herdern können im Rahmen einer Zwischennutzung seit September 2012 und noch bis mindestens Ende 2017 kostengünstige Arbeits- und Lagerräume auf rund 1000 Quadratmetern zur Verfügung gestellt werden. Deren Vergabe erfolgt in Zusammenarbeit mit der Zürcher Hochschule der Künste. Ziel des innovativen Fördermodells ist es, ausgewählten jungen Künstlerinnen und Künstlern ein Brückenangebot für die Zeit nach Beendigung ihres Studiums zu bieten.
Neue Atelierpolitik
Insgesamt bietet die Stadt Zürich heute rund 290 Produktions- und Proberäume für Künstlerinnen und Künstler an. Damit die Vergabe dieser Ateliers auch künftig ein faires und zielgerichtetes Förderungsinstrument ist, wird deren bisher in verschiedenen Departementen dezentral angesiedelte Verwaltung bei der Kulturabteilung zusammengeführt. Auch die Vergabekriterien werden vereinheitlicht. So sollen die Räume beispielsweise ausschliesslich an professionelle Kulturschaffende vermietet werden, deren Wohn- und Steuersitz seit mindestens zwei Jahren die Stadt Zürich ist. Über die Zuteilung der Ateliers entscheidet ein Gremium, zusammengesetzt aus vier Kulturressort-Verantwortlichen.
Neu gilt bei subventionierten Ateliers eine maximale Aufenthaltsdauer von fünf Jahren. Diese Regelung wird auch die Kulturschaffenden in den Räumen der Roten Fabrik betreffen, deren Verträge spätestens 2018 auslaufen. Bei zwanzig Mietenden der Roten Fabrik betrug die Nutzungsdauer Ende 2012 mehr als 23 Jahre. Durch die neue Regelung soll künftig mehr Rotation und somit eine Förderung breiterer Kreise bewirkt werden.

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